K ö r p e r k u l t

„Es ist der Geist, der sich den Körper baut“
Friedrich Schiller
Ein ebenso assoziativer wie dubioser Begriff, „Körperkult“. Vom Ideal einer ganzheitlichen Körpererfahrung, die sich fernöstlicher religiöser Praktiken bedient, bis zum Tattoo- und Piercing-Studio, vom „Men’s Health“- Ideal des perfekt geformten Körpers bis zum Szenefriseur, vom Schönheitschirurgen bis zum Gendesign, alles mag unter dieser Wortschöpfung subsumiert werden. Der Mythos Jugend und das damit einhergehende Bedürfnis nach Selbstinszenierung hat sich nicht nur zu einem der dynamischsten Wirtschaftsfaktoren entwickelt, sondern entfaltet auch eine urbane Energie, die der architektonischen Auseinandersetzung bedarf.

Wir wollen dabei Körperkult im Sinne des kultivierten Körpers verstehen (Duden: kultivieren, a) sorgsam pflegen; b) auf eine höhere Stufe bringen, verfeinern) und natürlich reizt uns die Analogie zwischen dem Schönheitsideal des menschlichen und des architektonischen Körpers. Letzterer tritt diesmal aus der parzellierten Hausreihe und darf sich skulptural entfalten, um in den Kreuzungsbereich des Central, einem der grossstädtischsten und frequentiertesten Züricher Stadträume hineinzuwirken.
Es soll also auf relativ kleiner Parzelle ein grosszügiges, als Club konzipiertes Haus entworfen werden, das dem Label „Körperkult“ die gewünschte bauliche Identität verschafft und Mietern zur Verfügung steht, die sich in den Dienst der Schönheit, Ertüchtigung, Entspannung - und Inszenierung des menschlichen Körpers stellen.

Wir werden dabei wieder gleichzeitig am Computer und am Gipsmodell arbeiten und neugierig beobachten, was das jeweilige Werkzeug für den Entwurf leistet.
Studentenarbeiten
Alexander Bartscher
Eva Brass
Jörg Jakubczak

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rev. 11.10.2006 , Caroline Fiechter